Ein Land an seinen Grenzen

Ein Land an seinen Grenzen

In diesem Profil Artikel vom 16.11.2015 geschrieben von Edith Beinhart und Jakob Winter, werden fünf Außenposten näher beleuchtet, die sich während der Flüchtlingskrise zu Brennpunkten des Geschehens entwickelt haben:

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Den Anfang macht Nickeldorf
300.000 Flüchtlinge wurden hier versorgt, bevor sie nach Westen weiterzogen. Jedoch so schnell wie der Flüchtlingsstrom kam so abrupt endete er auch. Nachdem Ungarn die Grenze zu Serbien mit Stacheldraht und Zäunen versperrt hat, wanderte der Strom weiter südlich. Seit dem ist das kleine Grenzdorf auf „Stand-by“ Modus gestellt. Nach wie vor verrichten noch um die 100 Soldaten ihren Dienst hier, vor ein paar Wochen waren es noch 800. Die Ruhe und der Alltagstrott kehren zurück.Vorerst.

Spielfeld

In Spielfeld ist die Stimmung weniger gemütlich.

Uns ist drei Mal hintereinander der Kessel explodiert.

sagte ÖVP Bürgermeister Reinhold Höflechner, gemeint ist damit, dass Flüchtlinge aus dem Grenzraum ausbrechen und los laufen. Die Regierung genehmigte 3,7km Maschendrahtzaun, im Notfall würde auch der im Lager befindliche Stacheldraht zum Einsatz kommen. Man erinnert sich nurmehr wage an den Grenzverkehr mit Titos Jugoslawien, wo Menschen die nach Österreich fliehen wollten von jugoslawischen Soldaten erschossen wurden.

Kollerschlag

Am Grenzübergang zu Deutschland überqueren täglich bis zu 1000 Flüchtlinge die Grenze. Die Flüchtlinge werden in Gruppen von 30-50 Leuten aufgeteilt, steigen in Busse ein und fahren weiter Richtung Deutschland.

Kufstein

300 Personen haben hier Platz, zwei große Zelte und ein Versorgungszelt mehr nicht. Von hier aus steigen die Flüchtlinge in einen Bus, der sie zum Bahnhof bringt und von dort geht es weiter mit dem Zug Richtung Deutschland.

Salzburg
Vor dem Flüchtlingsstrom waren es eher die Deutschen die nach Österreich einreisten, um billiger Tanken zu können, dieses Bild hat sich jetzt geändert.
In der Garage des ehemaligen Zollamtes, warten bis zu 300 Personen hinter der Gitterabsperrung darauf weiter reisen zu dürfen, jedoch dürfen pro Stunde maximal 50 Flüchtlinge die Grenze passieren.