Reflektierend zu den Kölner Übergriffen

Grundsätzlich haben die sexuellen Übergriffe in Köln per se nichts mit der Flüchtlingskrise zu tun. Die Motive der Verbrecher sind auch nicht mit ihrer Herkunft in Verbindung zu stellen. Nun stellt sich die Frage – warum wird genau das bei der Berichterstattung so in den Vordergrund gerückt?

Ursprünglich hatte ich geplant, dies zu beleuchten, allerdings hat User „Zorro“ das in seinem Blogbeitrag zu diesem Thema bereits getan (und das sehr, sehr gut). Deswegen empfehle ich erstmal, auf diesen einen Blick zu werfen, bevor hier weitergelesen wird.

Meine eigentliche Kritik in diesem Zusammenhang gilt nicht dem eklatanten Rassismus, der hier ausgeübt wird, sondern der Aussagen mehrerer Personen der Öffentlichkeit, die Frauen dazu auffordern, sich anders zu verhalten, um dieser Gefahr zu entkommen. So rät Polizeipräsident Pürstl in einem Krone-Interview „nachts nicht alleine unterwegs zu sein“, Oberbürgermeisterin Henriette Reker empfiehlt, eine Armlänge Distanz zu halten (nebenbei angemerkt: nach der Vorstellung der Menschenmassen auf einem Kölner Bahnhof zu Silvester bedenke man den fehlenden Realitätsbezug einer solchen These). Solche Äußerungen sind schlicht klassische Beispiele des victim-blamings. Entschuldigt wird so etwas mit dem Argument, man wolle doch nur, dass man besser aufpasst, dass das nicht in dieses Spektrum eingeordnet werden kann, da man doch beim Straße überqueren auch dazu aufgefordert sei, nach links und nach rechts zu schauen, um nicht überfahren zu werden. Allerdings liegt hier das Problem: Durch eine solche Mentalität wird nur die Idee geschürt, dass eine Frau aufgrund ihres Verhaltens, aufgrund ihrer fehlenden Vorsicht, selbst die Schuld für das an ihr ausgeübte Verbrechen trägt. Somit kann ich dazu nur sagen: Nutzt alleine nachts den öffentlichen Raum. Nutzt, was euch geboten ist, denn nur kann gezeigt werden, dass solche Verbrecher keine Furcht bereiten, dass solches Verhalten nicht toleriert wird und man sich durch solche Aktionen bestimmt nicht seiner Rechte berauben lässt. Je mehr Frauen dies tun, desto eher kann slut-shaming zunichte gemacht werden.